Squid Game Staffel 3: Eine Geschichte über Menschlichkeit

Kritik in Einfacher Sprache von İlyas İnevi

 

Achtung, Spoiler!
Du hast die dritte Staffel von Squid Game noch nicht gesehen? Dann lies diesen Text besser später. Hier verrate ich wichtige Dinge und das Ende.

 

Wichtige Themen im Text (Content-Note)
In diesem Text werden schwere Themen genannt: Geldprobleme, Gewalt, Tod, Unterdrückung, Diskriminierung, Armut und Ausgrenzung.

 

Inhalt 

  • Worum geht es bei Squid Game?
  • Was passierte in den ersten Staffeln?
  • Was passiert in Staffel 3?
  • Squid Game als Parabel
  • Geld und Wirtschaft
  • Demokratie und soziale Probleme
  • Der Front Man
  • Die VIPs
  • Der Held Gi-hun
  • Der Außenseiter Dae-ho
  • Mein Fazit und Ausblick

 

Worum geht es bei Squid Game?
Squid Game ist eine südkoreanische Serie. Es geht um Menschen mit großen Geldproblemen, die eine geheime Einladung zu einem tödlichen Spiel auf einer Insel bekommen. Dort müssen sie Kinderspiele spielen. Wer verliert, wird getötet. Wer alle Spiele gewinnt, bekommt sehr viel Geld.
Die Serie ist spannend, brutal und traurig. Sie fragt: Warum ist unsere Welt so ungerecht? Was zählt mehr: Geld oder Menschlichkeit?

 

Was passierte in den ersten Staffeln?
Die wichtigste Figur heißt Gi-hun. Er hat viele Probleme und wenig Geld. Er bekommt eine Einladung zum Spiel und trifft auf der Insel viele andere Menschen, darunter seinen alten Freund Sang-woo.
Die Spiele sind grausam, viele sterben. Am Ende kämpfen Sang-woo und Gi-hun gegeneinander. Gi-hun will ihn nicht töten, deshalb bringt sich Sang-woo selbst um. Gi-hun gewinnt, kommt nach Hause, ist aber nicht glücklich. Er will das Spiel vernichten, und arbeitet mit dem Polizisten Jun-ho zusammen. Jun-ho sucht seinen Bruder, den Chef des Spiels, den Front Man.
Gi-hun meldet sich erneut an und trägt einen Chip bei sich, damit Jun-ho die Insel findet. Doch der Chip wird entfernt. Im Spiel entsteht ein Aufstand gegen die Soldat*innen und den Front Man. Gi-hun wird Anführer, doch die Rebellion scheitert. Viele sterben, der Front Man tötet Jung-bae, einen alten Freund Gi-huns.

 

Was passiert in Staffel 3?
Gi-hun ist enttäuscht: Die Rebellion scheiterte, viele starben. Er muss wieder am Spiel teilnehmen. Es gibt eine schwangere Frau, die auf der Insel ein Baby bekommt. Sie stirbt kurz nach der Geburt. Gi-hun verspricht, sich um das Baby zu kümmern. Auch das Baby wird zum Spieler.
Der Front Man trifft Gi-hun heimlich und erzählt, dass er Gi-huns Freund getötet hat. Er wollte ihn damit verletzen. Er gibt Gi-hun ein Messer und fordert ihn auf, die anderen Spieler zu töten. Gi-hun weigert sich.
Im letzten Spiel kämpfen die letzten Spieler auf drei Türmen. Das Ziel: Auf jedem Turm muss mindestens eine Person heruntergestoßen werden. Davor muss ein Knopf gedrückt werden. Am Ende bleiben drei übrig: Gi-hun, das Baby und der Vater des Babys Myung-gi. Er will das Baby töten, um zu gewinnen. Gi-hun will es retten. Beide kämpfen gegeneinander. Myung-gi fällt vom Turm und stirbt.
Doch niemand hat den Knopf gedrückt, der das Spiel startet. Deshalb ist das Spiel nicht vorbei. Gi-hun drückt den Knopf und lässt sich fallen. Er stirbt und opfert sich für das Baby. Das Baby gewinnt das Spiel.
Der Polizist Jun-ho kommt zu spät auf die Insel. Der Front Man ist verschwunden, die Insel wird zerstört. Monate später findet Jun-ho das Baby und eine Kreditkarte mit dem Gewinn. Der Front Man hat das Geld heimlich dem Baby gebracht.
Der Front Man reist in die USA und gibt Gi-huns Tochter das restliche Geld. In Los Angeles lädt eine Frau auf der Straße neue Menschen zum Spiel ein. Das zeigt: Das Spiel geht weiter, auch in den USA.

 

Squid Game als Parabel
Die Serie will uns zum Nachdenken bringen. Die Spiele zeigen Gewalt, aber stehen auch für unser echtes Leben. Wer gewinnen will, muss andere verletzen. 
Die Serie ist übertrieben und manchmal absurd. Das ist Absicht. Denn sie ist eine Parabel. Eine Parabel ist eine Geschichte mit einer tiefen Bedeutung. Das Spiel steht für das echte Leben, die Insel steht für unsere Welt. Wer Geld hat, überlebt. Wer schwach ist, verliert oft.
Jede Figur zeigt einen bestimmten Teil vom Menschen. Gi-hun ist naiv und glaubt an das Gute. Der Front Man ist kalt und logisch. Das Baby steht für Unschuld und Hoffnung und braucht Hilfe. Das ist typisch für eine Parabel.

 

Geld und Wirtschaft
Geld ist das zentrale Thema. Die Spieler*innen sind oft verschuldet und arm. Sie sehen das viele Geld als letzte Hoffnung und riskieren ihr Leben. 
Die Serie kritisiert den Kapitalismus. Der Kapitalismus ist ein System, das Erfolg durch Geld misst. Wir leben in diesem System. Wir müssen arbeiten, um Geld zu haben. Wir haben wenig Zeit für Freizeit oder Ruhe. 
Viele von uns bleiben arm und verzweifelt. Unsere Grundrechte wie Wohnen oder Essen sind vom Geld abhängig. Das Geld reicht uns nicht zum Leben aus. Viele von uns haben Schulden. 
Geld wird wichtiger als Mitgefühl. Geld macht uns hart und kalt. Am Ende gewinnt nur eine Person das Spiel. Alle anderen sterben. Auch in unserer Gesellschaft gibt es nur wenige reiche Menschen.

 

Demokratie und soziale Probleme
Nach jedem Spiel stimmen die Spieler*innen ab, ob sie weiterspielen wollen. Meistens entscheiden sie sich für das Geld. Sie wollen weitermachen. 
Diese Abstimmung erinnert an echte Demokratien. Wir können wählen und über Menschen entscheiden, die uns regieren. Wir denken, das ist Freiheit.  Aber sind wir wirklich frei? Beeinflussen Geld und Macht unsere Entscheidungen? 
In Squid Game gibt es eine egoistische Figur, die Jeong-dae heißt und wie ein politischer Anführer ist. Er will unbedingt, dass das Spiel weitergeht. Er will gewinnen. Er hetzt gegen andere Spieler*innen. 
So etwas gibt es auch in echten Demokratien. Es gibt Politiker*innen, die gegen Arme, Migrant*innen oder behinderte Menschen hetzen. Sie wollen Macht und Geld. Es geht nicht um die Gesellschaft, sondern nur um sie selbst.

 

Der Front Man
Der Front Man heißt In-ho. Er ist schlau, manipulativ und glaubt, Menschen seien schlecht. Er ist der Gegner von Gi-hun. Am Anfang denkt Gi-hun, der Front Man ist sein Freund. Denn der Front Man versteckt sich als Spieler.
Der Front Man findet es gut, wenn Menschen für Geld gegeneinander kämpfen. Für ihn ist es okay, andere zu töten. Er fühlt sich wohl, wenn er andere quält.
Der Front Man hat einen Traum: Er will, dass Gi-hun sein Nachfolger wird. Deshalb testet er ihn. Zum Beispiel gibt er ihm ein Messer, mit dem er andere töten soll. 
Gi-hun ist anders. Er kämpft, auch wenn es schwer ist. Der Front Man versteht das nicht. Auch er war früher ein Spieler. Er hat viel leiden müssen. Er hatte eine Familie und eine kranke Frau. Für sie spielte er mit. Er brauchte Geld für die Behandlung.
Doch das System hat ihn gebrochen. Er hat seine Menschlichkeit verloren. Er hofft, Gi-hun verliert auch seine Menschlichkeit. Doch Gi-hun opfert sich für das Baby.

 

Die VIPs
„VIP“ ist Englisch und bedeutet „Very Important Person“. Auf Deutsch heißt das „sehr wichtige Person“. In Squid Game sind die VIPs reiche Zuschauer*innen des Spiels. Die VIPs schauen heimlich durch Kameras zu. Sie setzen Geld auf die Spieler*innen und lachen über deren Leid und Tod.
Die VIPs sprechen Englisch und kommen aus anderen Ländern. Sie leben im Luxus. Sie tragen Masken, die wie Tiere aussehen. Für sie ist das grausame Spiel eine Unterhaltung.
Die VIPs stehen für Menschen mit viel Macht. Das können Politiker*innen sein, Geschäftsleute oder Menschen, die Kriege beginnen. Sie nutzen Geld und Macht, um andere zu kontrollieren.
In der Geschichte Koreas gab es viel Krieg. Früher gab es einen großen Krieg zwischen Nordkorea und Südkorea. Andere Länder wie die USA und die Sowjetunion waren daran beteiligt. Außerdem war Korea früher von Japan besetzt. Viele Menschen wurden unterdrückt.
In Südkorea herrschte früher eine Militärdiktatur. Das heißt: Das Militär hatte die Macht. Es war eine gewalttätige Zeit. Es gab auch Lager, in denen arme Menschen gefangen gehalten und schlecht behandelt wurden.
Die Serie kann für diese Geschichte stehen. Die VIPs können die Menschen sein, die durch Geld und Macht Kriege und Leid gebracht haben.
Die VIPs können auch wir sein, die Zuschauer*innen. Wir sehen das Leid auf der Insel und amüsieren uns. Am Ende schweigen die VIPs, als Gi-hun stirbt. Sie dachten, er würde das Baby töten. Jetzt sind sie still. Vielleicht merken sie, dass es eine Grenze gibt. Dass man nicht immer mit Geld und Macht alles kontrollieren und anderen Leid zufügen darf.

 

Der Held Gi-hun
Der Autor von Squid Game heißt Hwang Dong-hyuk. Er vergleicht Gi-hun mit einer Figur aus einem alten Buch. Diese Figur heißt Don Quijote.Don Quijote war ein armer und älterer Mann. Er glaubte, er ist ein Ritter. 
Don Quijote zog los, um das Gute zu verteidigen. Er kämpfte gegen Dinge, die er für böse hielt. Zum Beispiel gegen Windmühlen. Er glaubte, die Windmühlen sind Riesen. Natürlich konnte er nicht gegen die Windmühlen gewinnen.
Don Quijote hatte einen schwierigen und oft sinnlosen Kampf. Aber er gab nicht auf, weil er an das Gute glaubte. Wie Don Quijote kämpft auch Gi-hun gegen das System und das gefährliche Spiel. Sein Kampf ist schwer und sinnlos. Aber Gi-hun kämpft weiter, weil er an das Gute in den Menschen glaubt.
Gi-hun macht Fehler. Zum Beispiel tötet er einen jungen Mann, Dae-ho. Dae-ho hat bei einem Aufstand einen Fehler gemacht, der alles gefährdet. Er hat Angst bekommen und sich versteckt. Die Rebellion ist gescheitert. Gi-hun ist wütend und sieht Dae-ho als Schuldigen. Später erkennt er, dass das nicht richtig war.
Im Theater oder Film gibt es drei sichtbare Wände: links, rechts und hinten. Die vierte Wand ist die unsichtbare Wand ganz vorne. Sie trennt die Schauspieler*innen von dem Publikum. Normalerweise sprechen die Figuren nicht direkt mit uns Zuschauer*innen. Sie tun so, als ob wir nicht da wären.
Wenn eine Figur aber direkt in die Kamera schaut und mit uns spricht, durchbricht sie die vierte Wand. So macht sie uns Zuschauer*innen zu einem Teil der Geschichte. 
In Squid Game gibt es eine wichtige Szene, in der Gi-hun die vierte Wand durchbricht. Er schaut direkt zu uns und sagt: „Ihr seid schuldig.“ Das passiert kurz bevor er Dae-ho tötet.
Mit dieser Aussage meint Gi-hun, dass auch wir als Zuschauer*innen eine Rolle im Geschehen haben. Weil wir das grausame Spiel sehen und nichts dagegen tun, sind wir mitverantwortlich. Tun wir etwas gegen die Probleme auf der Welt oder schauen wir nur zu?
Trotz Fehlern und Leid verliert Gi-hun seine Menschlichkeit nicht. Am Ende schützt er das Baby. Für Gi-hun zählt das Gute, das er bewahren will. Er ist also ein moderner Don Quijote.

 

Der Außenseiter Dae-ho
Dae-ho ist ein junger Spieler. Gi-hun tötet ihn. Dae-ho spielt keine Hauptrolle, ist aber wichtig. Am Anfang bewundert Dae-ho Gi-hun. Er ist unschuldig und naiv. Fröhlich, aber auch ängstlich. Er passt nicht zur harten Welt des Spiels. Dabei erinnert er mich an Gi-hun in der ersten Staffel. Gi-hun war am Anfang auch so.
Als Gi-hun Dae-ho tötet, verliert er einen Teil von sich. Er wird fast so kalt wie der Front Man. Das System hat ihn fast gebrochen. Dae-ho war im Aufstand dabei, aber ängstlich. Er hat gelogen. Er sagte, er war im Militär und stark. Das war nicht wahr. Später erfahren wir das.
Dae-ho wirkt traurig. Er hat viel durchgemacht. Er ist nur mit Schwestern aufgewachsen. Das ist eigentlich nicht schlimm. Aber sein Vater war wahrscheinlich deshalb streng und gemein zu ihm. Dae-ho fühlte sich nicht als „richtiger Mann“.
Im Kampf ist es nicht leicht, Waffen zu benutzen oder mitzuhalten. Viele von uns wären im Aufstand wie Dae-ho: verloren und ängstlich. Dae-ho sollte Munition holen, schafft es aber nicht. Der Aufstand scheitert. Dae-ho bekommt die Schuld. Wir merken: Er ist nicht der Schuldige. Der Front Man war einfach stärker. Auch mit der Munition hätten die Rebell*innen verloren.
Bevor Gi-hun ihn tötet, versteckt sich Dae-ho. Vielleicht so wie früher vor seinem Vater. Er wirkt kindlich. Dae-ho sagt jetzt, er war nie beim Militär. Er hat keinen Dienst gemacht. Er hat gelogen. Warum hat er keinen Militärdienst gemacht? Das erfahren wir nicht. Welche Männer machen keinen Militärdienst? Psychisch kranke, chronisch kranke und behinderte Männer machen keinen Dienst. Möglicherweise ist Dae-ho krank und behindert. Er wirkt traumatisiert.
Er versteckt sein wahres Ich. Er lügt, weil er dazugehören will. Er ist nicht für das Spiel gemacht. Auch wir Zuschauer*innen denken, Dae-ho ist schuldig. Aber eigentlich haben wir viel mit ihm gemeinsam. Die meisten von uns sind keine Kämpfer*innen. Wir haben auch eine strenge Erziehung erlebt. Wir sollen „richtige Männer“ oder „richtige Frauen“ sein. Das schadet uns.
Besonders schwer ist das bei Unterdrückung. Menschen sollen stark sein, um zu überleben. Krankheit und Behinderungen werden als Fehler gesehen. Das ist doppelte Gewalt: von denen, die unterdrücken, und von der eigenen Gruppe. Genau das erlebt Dae-ho.

 

Mein Fazit und Ausblick
Die dritte Staffel von Squid Game hat mir gut gefallen. Die Serie ist eine meiner Lieblingsserien. Sie begleitet mich lange und gibt viel zum Nachdenken. Die Staffel war spannend, aber nicht perfekt. Das Ende sagt: Das Spiel geht weiter. Dieses Mal in den USA. Das heißt: Das Spiel gibt es überall. Das Problem um Geld und Unterdrückung ist überall.
Vielleicht bekommt die Serie eine neue Staffel in den USA. Dann spielt sie nicht mehr in Korea. Das kann interessant oder schlecht sein. Der kulturelle Hintergrund in Korea war sehr spannend. 
Das Tempo war manchmal langsam. Die Handlung ging langsam voran. Manchmal ist das gut, um Figuren besser zu verstehen. Manchmal war es langweilig. Eine Figur fand ich langweilig: der Polizist Jun-ho. Er suchte zu lange nach der Insel. Er kam zu spät. Er hatte kein Gespräch mit seinem Bruder, dem Front Man. Das fand ich schade.
Trotzdem gefiel mir die Staffel sehr gut. Sie zeigt die Gesellschaft unserer Zeit. Man erkennt sich selbst oder andere Menschen. Wir Menschen sind eigentlich nicht schlecht. Wir sollten nicht gegeneinander kämpfen oder andere angreifen, weil sie schwach sind. Aber wir haben uns verändert. Etwas ist in uns verloren gegangen. Ich hoffe, wir finden das Gute wieder. Darum geht es in der Serie.
Vielleicht müssen wir auch gegen Windmühlen kämpfen, wie Don Quijote. Die Serie zeigt: Wir sind alle Teil des Spiels. Wir haben vergessen, uns umeinander zu kümmern. Jeder Mensch ist wichtig. Wer das nicht anerkennt, ist gegen die Menschlichkeit.
Manche haben ähnliche Dinge erlebt wie die koreanischen Menschen: Gefangenschaft, Krieg, Lager, Besatzung. Oder ihre Vorfahren. Dann sieht man sich selbst in der Serie. Das kann schmerzhaft sein, aber auch befreien.
Vielleicht schreibe ich noch mehr Texte zu Squid Game und anderen Staffeln.


Danke fürs Lesen.


Euer İlyas
 

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